Der Mietwagen schafft die letzten drei Kilometer Schotterpiste nur im ersten Gang. Whispering Pines Ranch, steht auf dem Schild am Tor, in Buchstaben, die mein Großvater selbst gebrannt haben muss. Ich habe ihn zweimal gesehen. Jetzt gehört mir die Hälfte von allem, was er hinterlassen hat.
Der Mann auf der Veranda steht nicht auf, als ich aussteige. Er sitzt in einem Stuhl, den Hut im Nacken, und sieht mir zu, wie ich in Hamburger Stiefeln über den Hof komme. „Sie sind die Enkelin“, sagt er. „Ida“, sage ich. „Cole“, sagt er. Mehr sagt er nicht.
Der Anwalt hat es am Telefon erklärt: Die andere Hälfte gehört dem Vorarbeiter. Ich habe mir einen alten Mann vorgestellt. Cole ist nicht alt. Cole ist wütend, so ruhig wütend, wie Menschen sind, die etwas seit Jahren mit den Händen halten und jetzt zusehen, wie jemand danach greift.
„Ich verkaufe nicht“, sagt er, bevor ich die Tasche abgesetzt habe. „Ich habe noch nichts gesagt.“ – „Sie haben eine Galerie in Hamburg. Sie sind hier, um zu unterschreiben und zu gehen.“ Er hat recht. Ich hasse, dass er recht hat.
Das Haus riecht nach Holz und Kaffee und Hund. In der Küche steht eine zweite Tasse, ungespült. Cole sieht, dass ich sie sehe. „Ihr Großvater“, sagt er. „Ich habe sie noch nicht weggeräumt.“ Seine Stimme ändert sich bei dem Satz, ganz leicht, und dann ist sie wieder hart.
Er zeigt mir das Zimmer. Es ist das kleinste im Haus, mit Blick auf den Zaun. „Das andere war seins“, sagt er. „Das lasse ich zu.“ Ich könnte darauf bestehen. Es gehört mir zur Hälfte. Ich bestehe nicht.
Später, am Zaun, mit dem Wind, der aus den Bergen kommt, stellt er sich neben mich. „Vier Wochen“, sagt er. „So lange braucht das Gericht. Bleiben Sie so lange, und dann sagen Sie mir noch mal, dass Sie verkaufen wollen.“ Er hält mir die Hand hin, wie man einen Vertrag schließt, ohne zu lächeln.

