Die Schulter zieht, als ich das Trikot über den Kopf streife. Kapitän, steht auf dem Rücken, C auf der Brust, Adler Mannheim. Ich habe fünf Jahre gebraucht, um zurück in diese Stadt zu kommen, und einen Bodycheck, um im Behandlungsraum zu landen.
„Herr Brandt.“ Die Ärztin kommt herein, das Tablet vor der Brust wie ein Schild. Ich erkenne die Stimme, bevor ich das Gesicht sehe. Sarah. Dr. Sarah Lindqvist, steht auf dem Namensschild. Sie hat den Doktor gemacht. Sie hat mir nie gesagt, dass sie ihn machen will.
„Sarah.“ – „Dr. Lindqvist“, sagt sie. „Setzen Sie sich, bitte.“ Ich setze mich. Sie stellt sich neben mich, nicht vor mich, und legt zwei Finger auf mein Schlüsselbein. Ihre Hände sind kälter als früher. Oder ich bin es.
„Arm heben. Bis es weh tut.“ Ich hebe. Es tut weh, aber nicht in der Schulter. „Hier?“ – „Ja.“ – „Hier?“ – „Ja.“ Sie tippt etwas ins Tablet. Ihr Gesicht bewegt sich nicht. Vor fünf Jahren hat es sich bewegt, als ich die Tür hinter mir zugezogen habe, ich habe es im Fenster gesehen.
„Vier Wochen“, sagt sie. „Mindestens. Kein Kontakt, kein Schuss.“ – „Das Spiel gegen Berlin ist in zehn Tagen.“ – „Dann spielt Berlin ohne Sie.“ Sie sagt es, ohne aufzusehen, und ich weiß, dass sie es genießt, und ich weiß, dass sie es zugleich hasst.
„Du hättest mich vorbereiten können“, sage ich. „Anrufen. Irgendwas.“ Jetzt sieht sie auf. „Ich habe angerufen, Nico. Vor fünf Jahren. Elf Mal.“ Sie legt das Tablet weg. „Ich habe einfach aufgehört zu zählen.“
Der Behandlungsraum ist klein, und sie steht zwischen mir und der Tür. Sie muss mich freigeben, irgendwann, sonst gibt es keine Saison. Ich muss sie ansehen, jetzt, sonst gibt es nichts.


